No rest for the wicked
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Where we stand - Enid Barnbrook - 04.06.2026


 
Posting IconSie waren wieder in Hogwarts. Die Ferien waren vorbei und sie hatten gestern das erste Mal wieder Unterricht gehabt. Heute war Samstag und für Enid stand auch gar nichts auf dem Plan. Sie hatte in jedem Fall vor, sich noch mit Katniss und Aislinn zu treffen. Katniss hatte zwar um zehn die Heiler-AG, aber danach hatte sie in jedem Fall Zeit und bis es so weit war, würde Enid sich schon die Zeit vertreiben zu wissen. Beim Frühstück hatte sie sich Zeit gelassen, denn es eilte ja nicht. Es war Wochenende, da konnte man auch einfach einmal länger verweilen. Am Tisch und auch auf den Weg nach draußen hatte sie sich noch mit Antonia unterhalten, die jetzt aber mit Andrew verabredet war. Oder hatte sie sich mit Cassiopeia treffen wollen?
Enid wusste es gar nicht mehr, denn in der Großen Halle hatte sie das Gefühl gehabt, beobachtet zu werden und hatte sich nicht ganz erklären können, woher das rührte. Sie wusste nur, dass das für gesorgt hatte, dass sie sich nicht sonderlich wohl gefühlt hatte. Deswegen war es ihr schwer gefallen, alles aufzunehmen.

In der Eingangshalle dann verabschiedete sie sich von Antonia, die unterwegs war, zu wem auch immer. Enid entschied sich dazu, sich in ihren Gemeinschaftsraum zurückzuziehen und war auch gerade dabei, die Treppe nach oben steigen zu wollen, als sie eine Stimme hörte.
„Hey, Schlammblut!“
Enids Herz schlug sofort schneller, obwohl sie nicht einmal wusste, ob sie gemeint war oder irgendeine andere muggelstämmige Person. Sie wusste nur, dass ihr die Stimme einen Schauer über den Rücken laufen ließ. Sie erkannte sie.
Dennoch setzte sie ihren Weg fort. Es war ja auch gut möglich, dass sie wirklich nicht gemeint war, auch wenn ihr die andere Person leid tat, aber Enid war nicht mutig oder dergleichen.
Im nächsten Moment wurde sie aber am Arm gepackt und herum gerissen und kurz darauf blickte sie direkt in das Gesicht von Gareth Rookwood. Antonias älteren Cousin. Er war jetzt in der Siebten. Nur noch ein Jahr und sie würde ihn nie wieder sehen müssen.
„Ich rede mit dir, Schlammblut. Du bist doch die, die mit der dreckigen Verräterin abhängt.“
Antonia. Er meinte Antonia.
„I-ich …“, stammelte Enid. Was sollte sie denn sagen? Es leugnen? Es zugeben? War das gut oder schlecht für Antonia? War es gut oder schlecht für sie, wenn sie ehrlich war? Enid hatte keine Ahnung. Sie war mit der Situation restlos überfordert.
„I-ich …“ äffte Gareth sie nach, nur klang es weniger spöttisch, sondern bedrohlich, weil er sie mit diesem kalten, angewiderten Blick ansah, bei dem Enid sich wünschte, sie könnte einfach vom Erdboden verschluckt werden, um sich nicht mit ihm auseinander setzen zu müssen.
„Bist du eigentlich der Grund dafür, dass sie zur Verräterin geworden ist?“
Enid schüttelte schnell den Kopf, war sich am Ende aber gar nicht so sicher, ob ihre Freundschaft zu Antonia seit der ersten Klasse nicht doch irgendwie zum Teil dazu geführt hatte. Enid fand ja, dass es ihr jetzt besser ging, aber … Das Gespräch hier war nicht schön. Sie wollte wirklich nicht wissen, was Gareth mit ihr vor hatte, wenn er davon überzeugt war, dass sie der Grund dafür war, dass Antonia sich in Andrew, einen halbblütigen Zauberer, verliebt hatte.
„Euch widerliches Gesindel sollte man allesamt im See ertränken oder Schlimmeres. Stolziert hier durch die Schule, als wärt ihr genauso wie wir. Und nehmt euch dann auch noch das Recht heraus, Mitglieder guter, ehrbarer Familie zu vergiften.“
Erneut schüttelte Enid den Kopf, unfähig, irgendetwas zu sagen. Sie fühlte nur, dass Gareths Griff um ihr Handgelenk nicht lockerer, sondern fester wurde. Eigentlich tat er ihr weh, aber sie traute sich nicht, etwas zu sagen, während ihr Herz ihr bis zum Hals schlug und sie hoffte, dass irgendwer vorbei kommen würde, der ihr vielleicht helfen konnte. Wäre doch nur Antonia immer noch hier. Sie würde ihrem Cousin die Stirn bieten.