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Kickflips and Pureblood Sneers
08.09.1977 - 08:00
Gang
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Geschrieben am 04.06.2026, 11:44
#1

 
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Dieses Jahr konnte sich Bree über ihren Unterricht nicht so richtig beschweren, wenn sie ehrlich war. An drei Tagen in der Woche hatte sie tatsächlich die ersten Stunden erst um zehn, was richtig super war, wenn man später ins Bett gegangen war oder einfach mal länger schlafen wollte. Nur hatte das diesen Donnerstag nicht geklappt. Denn dummerweise lief donnerstags Morgen ein Wahlfach ab um acht. Wahrsagen oder Muggelkunde. Bree war das auch egal. Es war nichts, was sie belegt hatte. Allerdings hatten das zwei ihrer Schlafsaalgenossin. Aislinn Fawcett und Alex Brown, die Neue in ihrer Klasse. Witzig. Letztes Jahr war Bree noch neu gewesen, zusammen mit Lilith. Na ja, und der Französin. Alex hingegen hatte nicht die Schule gewechselt, sondern musste eine Klasse wiederholen. Die Brown war ganz cool, wie Bree fand.
Nur weniger cool war es dann gewesen, als sie noch mal versucht hatte zu schlafen, denn geklappt hatte das nicht. Wie auch, wenn sich mindestens zwei Schlafsaalgenossinnen fertig gemacht hatten, auch wenn sie natürlich wohl versucht hatten, die anderen nicht zu stören. Ob Lilith auch eines der Fächer belegt hatte, wusste Bree gar nicht. Sie war auch schon weg gewesen und bei Ophelia war sie sich nicht mal sicher. Auf deren Bett hatte sie gar nicht mehr geachtet.

Der Vorteil allerdings, wenn man schon wach war, war, dass die Gänge recht leer waren, weil Unterricht lief und sich viele Schüler daher einfach in ihren Klassenräumen aufhielten. Oder andernorts, wenn sie eben doch keinen Unterricht hatten so wie Bree gerade.
Die Gefahr also von einem Lehrer erwischt zu werden, war schon reichlich gering, wenn man jetzt nicht gerade die Gänge aufsuchte, in denen sich auch Klassenzimmer befanden. Aber so blöd war Bree ja nicht.
Sie hatte sich das Skateboard geschnappt, welches sie von Bree geschenkt bekommen hatte im letzten Schuljahr, und nutzte den Gang nun als ihre Strecke, um weiterhin besser mit dem Umgang zu werden. Fahren und sich darauf halten, konnte sie ja. Das war nicht mehr das Problem, aber manche machten damit auch coole Tricks. Balthasar konnte das. Das wollte Bree eben auch können. Draußen allerdings war gerade Mistwetter. Es regnete, also blieb ihr ja praktisch gesehen gar nichts anderes übrig, als im Gang zu üben.

Sie fuhr gerade hin und her, als sie eine dunkelhaarige, ältere Schülerin erblickte. Nicht in ihrem Haus. Slytherin, so wie die Schuluniform verriet. Bree achtete jedoch nicht weiter auf sie. Die hatte vermutlich auch frei oder kam viel zu spät zum Unterricht und würde Ärger kassieren. Wenn sie Glück hatte, hatte sie nicht gerade bei der McGonagall oder der Abercrombie.
Da sie jetzt aber nicht so aussah, als hätte sie es übermäßig eilig, musste sie sich wohl auf keine Standpauke bei irgendeinem Lehrer gefasst machen. Bree beachtete die Ältere nicht weiter, war für sie ja auch uninteressant, und probierte einen der Tricks, die sie von Baz gezeigt bekommen hatte, aber natürlich klappte es nicht, so wie sie das gerne hätte, und das Skateboard rollte direkt vor die Füße der älteren Schülerin.
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Geschrieben am 08.06.2026, 16:12
#2

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Das Geräusch war ihr bereits aufgefallen, noch bevor sie die Ursache sah. Ein unregelmässiges Rollen auf Stein, begleitet vom gelegentlichen Kratzen der Räder, zog sich unangenehm durch die alten Korridore von Hogwarts. Es passte nicht hierher. Nicht zwischen jahrhundertealten Mauern, flackernden Fackeln und Magie, die selbst in den Steinen des Schlosses zu wohnen schien. Valrona hatte dem Ganzen zunächst keine weitere Beachtung geschenkt. Was auch immer dort Lärm machte, gehörte vermutlich nicht zu ihren Angelegenheiten. Doch plötzlich kam ein hölzernes Brett direkt vor ihren Füssen zum Stillstand. Bree wich instinktiv einen halben Schritt zurück. Sie blieb stehen. Langsam glitt ihr Blick nach unten.
Einen Moment lang betrachtete sie das Ding schweigend, als wäre sie sich nicht ganz sicher, was sie da eigentlich vor sich hatte. Dann hob sie den Blick wieder und folgte der unsichtbaren Verbindung zwischen dem Brett und seiner Besitzerin.
Eine Gryffindor. Natürlich. Ein kaum wahrnehmbares Lächeln erschien auf ihren Lippen. Nicht amüsiert. Es war eher die Art von Lächeln, das man zeigte, wenn sich ein Vorurteil gerade selbst bestätigte. Mit der Spitze ihres Schuhs hielt sie das Brett fest und musterte es erneut. Holz. Rollen. Nichts Magisches. Nichts Elegantes. Es erklärte nicht einmal, weshalb jemand freiwillig damit durch die Gänge einer Zaubererschule fahren wollte.

«Wie ... originell.» Ihre Stimme klang weich. Fast freundlich. Genau deshalb wirkte sie umso gefährlicher. «Für einen Moment dachte ich tatsächlich, jemand hätte seinen Sperrmüll verloren.» Ihre Augen wanderten wieder zu der Jüngeren. Valrona hatte siebzehn Jahre lang in einer Welt gelebt, in der Reinblut, Tradition und Magie selbstverständlich waren. In ihrer Familie wurden Besen nicht als Spielzeug betrachtet, sondern als etwas, das seit Generationen Teil der magischen Kultur war. Und nun stand sie hier und blickte auf ein Stück Muggelholz mit Rädern.
Allein der Gedanke war unerquicklich. «Das ist also eines dieser Muggel-Dinger, von denen man gelegentlich hört.» Ihre Lippen verzogen sich leicht. «Faszinierend: Jahrhunderte magischer Entwicklung, fliegende Besen, Portschlüssel, Flohpulver, Apparieren und dann hielt ein Muggel ein Brett mit Rädern für eine brillante Idee.» Sie schüttelte beinahe bedauernd den Kopf. «Ich nehme an, die Anforderungen an Unterhaltung sinken drastisch, wenn einem die Magie fehlt.» Ihr Blick glitt erneut über das Skateboard, als wäre dessen blosse Existenz ein persönlicher Affront gegen guten Geschmack.

«Und dann wundert man sich, weshalb sie ständig irgendwo dagegenlaufen, herunterfallen oder sich verletzen.» Ihr graublauer Blick wandte sich wieder zu Bree. «Wobei ich zugeben muss, dass dein kleiner Angriff auf meine Beine bisher die überzeugendste Demonstration seiner Fähigkeiten war.» Das feine Lächeln kehrte zurück.
«Ist das Teil einer Gryffindor-Mutprobe oder einfach nur chronische Selbstüberschätzung?»
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Geschrieben am 13.06.2026, 09:38
#3

 
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Bree beobachtete die ältere Schülerin, die erst das Skateboard und dann zu Bree selbst sah. Im nächsten Moment verdrehte sie aber auch schon die Augen, als sie die Worte der andere hörte. Sperrmüll. Offensichtlich war sie irgendso eine Zicke, die auf Ärger aus war. Nicht sonderlich überraschend. Davon schienen ziemlich viele in Hogwarts herumzulaufen. Nicht nur Zicken. Auch Spinner.
„Tja, dann hast du dich wohl geirrt“, entgegnete Bree nur. Eigentlich war sie drauf und dran, ihr Skateboard einfach wieder zurückzuholen, aber sie wollte zumindest wenigstens mal noch herausfinden, ob die andere so etwas wie Anstand besaß und es einfach zu ihr zurück schieben würde. Wäre ja nicht so schwer. Sie musste es ja nicht einmal anfassen. Ein kleiner Stoß mit dem Fuß würde ja schon ausreichen, um es in Brees Richtung rollen zu lassen.
Stattdessen ließ sie sich aber lieber über den Gegenstand aus, der da zu ihren Füßen stand und der wohl den Fehler hatte, dass er ein No-Maj-Gegenstand war.
„Dir ist schon klar, dass No-Majs nichts über Besen und all den Kram wissen, oder?“ Denn die Worte der Älteren hatten keinerlei Logik. Sie tat so, als würde die Erfindung der No-Majs die der Magier beleidigen, als hätten sie, nachdem es schon tolle, wertvolle Sachen gab, etwas erfunden, was unbrauchbar war, wenn man doch die anderen Dinge hatten. Nur hatten No-Majs nun einmal keine Besen – zumindest nicht zum Fliegen –, keine Flohnetzwerk und dergleichen.
„Ah, so eine bist du also. Gleich irgendetwas schlecht reden, ohne es zu kennen. Verstehe.“ Vermutlich hatte Bree am Ende eine dieser Reinblutzicken vor sich, die sich für ganz toll hielten, weil ihre Familie so super rein war. Davon gab es ja hier in Hogwarts einige. Merlin sei Dank gab es ja aber auch noch vernünftige Menschen.

Dass es reine Zeitverschwendung war, sich mit der weiter abzugeben, war Bree klar, weshalb sie eigentlich auch gar keine Lust hatte, sich mit ihr weiter zu unterhalten. Wenn es nach ihr ging, konnte sie einfach ihres Weges gehen und sie in Ruhe lassen. Aber manche von denen schienen sich durch die bloße Existenz wie von den Kindern von No-Majs oder No-Maj-Gegenständen persönlich beleidigt zu fühlen. Die hier bildete da ganz offensichtlich keine Ausnahme.
Da sie eben auch nicht so aussah, als hätte sie in nächster Zeit vor, ihr das Skateboard zuzurollen, machte Bree jetzt einen Schritt auf sie zu, ehe sie dann aber die Stirn runzelte.
„Klar, Magier verletzen sich ja nie.“ Bree schnaubte. Weil das beim Quidditch und dergleichen nämlich gar keine Gefahr war und all das. Das war doch nur ihre Art, auszudrücken, dass sie No-Majs für dumm hielt. Das Mädchen war definitiv unter Brees Niveau.
„Was?“, fragte Bree und lachte dann, als sie so tat, sie hätte sie angegriffen, nur weil ihr Skateboard zufällig in ihre Richtung gerollt war. Wenn das eine Mutprobe wäre, was für eine bescheuerte sollte das denn sein? Wer traut sich, ein Skateboard vor die Füße einer Oberzicke rollen zu lassen? So ein Schwachsinn.
„Du scheinst echt zu glaube, die Welt dreht sich nur um dich. Muss dich aber enttäuschen. Weder ich noch mein Skateboard haben in irgendeiner Form Interesse an dir.“ Kopfschüttelnd hob Bree jetzt ihr Skateboard auf. Merlin, musste man selbstverliebt sein, wenn man das gleich auf sich bezog.
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